Montag, 15. April 2013
mit dem Untertitel: "... mit den Dokumenten des Schreckens und vielen Erlebnissen aus der DDR zu den sieben ökonomischen Widersprüchen des Sozialismus:
1. Obwohl die DDR Vollbeschäftigung hatte, arbeitete nur die Hälfte.
2. Obwohl nur die Hälfte arbeitete, fehlten überall Arbeitskräfte.
3. Obwohl überall Arbeitskräfte fehlten, wurden alle Pläne übererfüllt.
4. Obwohl alle Pläne übererfüllt wurden, gab es nichts zu kaufen.
5. Obwohl es nichts zu kaufen gab, hatten fast alle fast alles, was sie brauchten.
6. Obwohl alle fast alles hatten, was sie brauchten, meckerten alle.
7. Obwohl alle meckerten, wählten 99,9% die Kandidaten der Nationalen Front und damit die SED."
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- Die Süddeutsche Zeitung (München) schreibt am 27.02.12: Den Funktionsmechanismus der DDR auf den Punkt gebracht: "Jeder ist dagegen, aber alle werden es realisieren." Ein Satz der ihn als SED-Gegner outen musste.
- Die Zeitschrift für Politik und Zeitgeschichte "Gerbergasse 18" (Jena) druckt in der Ausgabe 1/2012/49 die Rezension "Schießbefehl und Kakerlaken" von Prof. Dr. G. Meinhold, em., Instituit für Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Jena: In diesem reichhaltigen, vielfarbigen Büchlein verdichtet sich ein Fluidum von Zorn und Revolution, Diktatur und Aufbegehren, durchschauendem Humor und Scharfsinn - woran man sich stärken kann. (...) - und es ist mehr als spannend.
- Die Ost-Thüringer Zeitung (Gera) vom 06.10.11: Das ist erlebte Geschichte pur aus der Feder eines Zeitzeugen, der in weiteren Kapiteln u. a. auch die infame Vertreibung des Direktors des Mathematischen Institutes Prof. Dr. Walter Brödel aus Jena beschreibt.
- Die TA (Erfurt) am 08.10.12: Roland Mey war stets ein politisch denkender Mensch. (...) Seit seiner Pensionierung zieht er durch Schulen, verteilt Bücher und hält Vorträge.
- Die TLZ (Weimar) am 08.10.11: Mey erinnert sich noch genau, wie er sich fühlte: "Als ich an die Ausgangstür kam, war diese bereits verschlossen und ich bekam sofort Angst."
- Über den Autor, seine Zeitzeugengespräche und das Buch berichteten weiterhin Bild, LVZ und l-iz.de.
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Roland Mey besucht als Zeitzeuge Schulen mit dem Projekt "Mit historischem Humor ohne Belehrung zur politischen Bildung". Mit Humor zur politischen Bildung - das ist den Lehrern ein Rätsel. Die Erfahrung zeigt aber, es funktioniert!
An Hochschulen und Universitäten bietet der Autor eine "Freie Übung" an unter dem Thema "Der politische Wahnwitz sozialistischer Mach(t)art und das verklärte DDR-Bild". Und selbstverständlich wird dabei die Diskussion über Widersinn und Ignoranz in unserer Demokratie nicht ausgeschlossen. Schließlich können, nein müssen, die 7 Obwohlsätze aus der DDR heute (wiederum psychisch sehr belastend) mit einem 8. Obwohlsatz ergänzt werden:
8. Obwohl heute alle alles wissen und auch alles sagen dürfen, implodiert nun Deutschland langsam ohne nennenswerte Gegenwehr seiner Geister!
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Der Autor des Buches gibt den Käufern eine Erbauungsgarantie: Nach jedem Umblättern ein Gesundheit förderndes Lächeln ("Rote Socken" ausgenommen!). Der Rezensent schreibt dazu: "Diesem Autor droht die Gefahr der Verbitterung nicht. Doch was er so überzeugend vorführt, ist auch eine gegen jede Art Resignation gerichtete Prophylaxe - um die man ihn beneiden kann, weil er mit ihrer Hilfe eine erstaunliche Souveränität gewinnt."
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Das Buch (Verlag OsirisDruck Leipzig) umfasst 150 Seiten (darunter Dokumente, Abbildungen, Notenbeispiele), Format A5, Preis: 10,- €. Versandkostenfreie Bestellung ist möglich über schallmey-verlegung@web.de




Freitag, 12. April 2013
Die organisierte Evolution vom Menschen zum Affen

Unter der SED-Dikatatur wußten wir wenig und durften nichts sagen; das war psychisch belastend. Noch stärker belastend ist jetzt: Obwohl wir alles wissen und auch sagen dürfen, implodiert Deutscvhland langsam ohne nennenswerte Gegenwehr seiner Geister! Der gegenwärtige Ausbildungswahnsinn wird abgedeckelt und unter dem Deckel quadriert.

Ein mit ausreichendem Realschulzeugnis ausgestatteter potentieller Malerlehrling kann die Fläche einer Wand von 2,50m x 5,00m zwecks Tapeteneinkauf nicht berechnen. Seine Intelligenz benutzt er allein zur Abwehr der Aufgabe und zur Verlängerung seines bisher bequemen Tagesablaufes und erklärt dem Malermeister, dass dies anders gelöst wird, nämlich durch Rückgabe der überflüssigen Rollen im Baumarkt. Die Schule hat den Schüler nach 10 Schuljahren ohne Rechenfähigkeit und auch gesellschaftspolitisch dumm entlassen. Vom dann notwendigen Rücktransport der Tapetenrollen außerhalb seiner Arbeitszeit und mit dem Auto seines Vaters ahnt der junge Mann nichts.

Zwei Absolventen der Uni Leipzig beschweren sich 2011 öffentlich über ihre Arbeitslosigkeit in der Leipziger Volkszeitung unter der Überschrift "Deutschland gibt uns keine Chance". Am Ende des Textes wird erkennbar, dass dieser Vorwurf von einem diplomierten Namensforscher und einer "Doktorin des kubanischen Tanzliedes" kommt. Auf mein Angebot zu Zeitzeugengesprächen mit Studenten antwortet die Chefpolitologin der Universität etwa zeitgleich "kein Bedarf". Ich farge mich: Wie tiefgreifend ist diese wirtschaftspolitische Dummheit? (Ich war an der Uni Jena eingesperrt und könnte den Studenten viel über den gesellschaftspolitischen Wert von Freiheit und Eigenverantwortung erzählen. Interessenten können im Internet nachschauen unter "Roland Mey: Eingesperrt im Hörsaal" oder "R. M.: Musik für Himmel und Hölle" oder "R. M.: Erzwungene Anpassung".)

An der Uni Köln wurde 2012 in einem Bachelorstudiengang eine Mathe-Klausur geschrieben. Von ca. 300 Studenten haben ca. 280 nicht bestanden und anschießend mit Hilfe der Eltern und des Studentenrates die Honorar-Dozentin in die Arbeitslosigkeit geschickt. "Allein auf weiter Flur" hat sie Teile der Klausur veröffentlicht, nachzulesen im Internet unter "Erklärung, Seminar für Mathematik": 5 x 25 oder 2/3 aus 4/6, einfachste Rechnungen mit Klammern und Potenzen; der Stoff von 5. bis 9. Klasse - nichts war möglich! Die Studentin Lisa in einem Spiegelartikel vom 12.04.2012 über die Situation: "Die Klausur war hammerhart." Der Rektor der Uni quadriert dieses Chaos, beendet den Honorarvertrag mit der fleißigen Dozention, die ihr umfangreiches Engagement nachweisen konnte, und schreibt eine Professur für "Didaktik der Mathematik" aus (anstelle einen Vorkurs einzurichten).

Den Bereich zwischen Malerlehre und Universitätsstudium könnte ich lückenlos mit vielen derartigen Beispielen füllen, die im technologisch primitiven Zeitalter ehemals schon Ludwig van Beethoven beunruhigt haben: "Verachte immer Kunst und Wissenschaft, des Menschen allerhöchste Kraft; dann wirst Du bald am Ende sein und Bekanntschaft machen mit dem Schwein!" Einestags wird Lisa nur noch grunzen und unsere Enkelkinder in der Schule mit ihr - Lisa wird Lehrerin!

Roland Mey, Leipzig
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"Bin am Ende". Wer kennt einen Zeitungskönig, der diesen Artikel veröffentlicht? Wer kann mir (und meinen drei Enkeltöchtern; 7,12,15) helfen? Das alles in Deutschland "ohne Gegenwehr seiner Geister" - das darf doch nicht so bleiben! Bin für jede Rück-Mail und alle "rettenden Gedanken" dankbar.
R. M.




Donnerstag, 25. März 2010
Eine Dokumentation - keine Legende!

Aus Moskau kam er nicht, der Befehl. Gorbatschow hatte mit dem Satz „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ eher vor einem Blutbad gewarnt als dazu aufgerufen. Die gewohnt Moskau treuen Berliner SED-Betonköpfe waren am Abend des 9. Oktober 1989 vor der Entscheidung „abgetaucht“ und hatten die Leipziger Bezirks-Betonköpfe, am Telefon wartend, allein gelassen. „Jetzt sind sie rum“ (um den Leipziger Innenstadtring) soll der Ranghöchste, Helmut Hackenberg, vor dem schweigenden Telefon der SED-Bezirks-Machtzentrale gegen 19 Uhr enttäuscht gesagt haben.
Die unteren Dienstgrade von Polizei und Militär, bis an die Zähne bewaffnet, waren in Angst und Bange um ihre Frauen, Kinder und Freunde. In den Leipziger Betrieben und der Karl-Marx-Uni hat die zivile SED-Soldateska den ganzen Tag lang die Bevölkerung vor der konsequenten Niederschlagung der Abenddemo gewarnt. Aus der mittleren Ebene der SED-Militärs, von den perfekt integrativen Befehlsempfängern und zugleich Befehlsgebern kam die größte Gefahr. Die Parole war: „Heute wird ein für alle mal Schluss gemacht mit der Konterrevolution!“

Ein dokumentiertes, historisch brisantes Ereignis:
Ein Oberstleutnant, Stabschef der 21. Bereitschaftspolizei „Arthur Hoffmann“, kaserniert in der Essener Straße in Leipzig, gab am 9. Oktober 1989 in Vorbereitung des abendlichen Einsatzes im Rahmen einer Belehrung seinen prophylaktischen Schießbefehl: „Wenn sie auf meinen Befehl nicht auf das bewusste Knöpfchen des PKT drücken, dann stehen sie am nächsten Tag wegen Befehlsverweigerung vor dem Militärstaatsanwalt“. (PKT war das Kürzel für die Maschinengewehre im Turm der gepanzerten Fahrzeuge.) Über diese Belehrung haben sich die Bereitschaftspolizisten im Januar 1990 in einem Brief an das Leipziger Bürgerkomitee, Sachgebiet Betriebsräte/Gewerkschaften, beschwert. Am 7. März 1990 fand in der Leipziger Braustraße 17 ein historisches Gespräch statt. Das Protokoll enthält die Sätze: „Der oben genannte Brief wurde verlesen. Herr OSL Wächtler akzeptierte im Gespräch, dass die im Brief dargestellte Formulierung bzgl. des „Knöpfchendrückens“ von der inhaltlichen Aussage her wahr ist.“ Das archivierte (und heute vergessene) Protokoll wurde unterschrieben vom OSL Wächtler und vom damals zuständigen Bürgerkomitee-Mitglied Mey.
Die Unterlagen zu diesem Vorgang wurden zugeleitet dem Staatsanwalt des Bezirkes Leipzig, dem Militärstaatsanwalt Leipzig und im zeitlichem Abstand zweifach dem Sächsischen Staatsministerium des Inneren. In verschiedenen Antwortschreiben bis 1992 können Formulierungen wie „zur weitern Bearbeitung übergeben“ oder „willkürliche Maßnahmen also nicht möglich“ im ABL Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. nachgelesen werden.

Im Januar 1993 wurde aus Dresden mitgeteilt, dass der Referatsleiter für Organisation der Bereitschaftspolizei, Polizeioberrat Alfred Wächtler, kurz vor seiner Verbeamtung steht. Die archivierten Dokumente von 1989/90 (Brief der Bereitschaftspolizisten, Gesprächsprotokoll, Schriftverkehr) waren damals noch „warm“. Die Printmedien hatten darauf Zugriff und berichteten ab 28. Januar 1993 am laufenden Band und im Osten Deutschlands flächendeckend.
Für die Dresdener Staatsregierung waren diese Zeitungsberichte extrem peinlich. Am 27.1.1993 hieß es gegenüber der Leipziger Volkszeitung, die Unterlagen müssten erst zusammengesucht werden. Bevor dies geschah, reiste im Februar 1993 der hohe Beamtenhelfer Polizeidirektor a. D. Hubertus Nowak, ehemals Leiter der Polizeidirektion Ulm, von Dresden nach Leipzig. Er hatte noch vier Ohren mit, die außer „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ nichts gesagt haben. Roland Mey empfand es so, als sollte zunächst eruiert werden, ob vielleicht für den anderen, nicht zur Verbeamtung vorgesehenen Protokoll-Unterschreiber vom 7.3.1990 eine „amtliche Psychopath- Abstempelung“ möglich ist; ganz im Sinne der Stasi-Methode GHG. Guck und Horch liefen sehr stasikonform; Greif war glücklicherweise nicht mehr möglich! Als dem Wessi-Helfer die „Irreerklärung“ unmöglich schien, da wurde das ungleiche „3 zu 1 Treffen im Leipziger Rathaus“ grotesk: Der Mann aus Ulm behauptete ernsthaft, dass die Schießbefehl-Belehrung nur der selbstverständlichen „Fürsorgepflicht eines Vorgesetzten gegenüber seinen unterstellten Mitarbeitern“ geschuldet war. Erst die Gegenfrage nach der Fürsorgepflicht gegenüber den 70 tausend Montagsdemonstranten brachte den Leitenden Polizeidirektor a. D. zum Nachdenken über den vorauseilenden Gehorsam des SED-Kommandeurs.
Leipzig, 20 Jahre nach der ddR, am 7.3.2010

Nachwort zum prophylaktischen Schießbefehl

Das Schlimmste in der DDR war für mich die geistige Unterdrückung; die fehlende Schreibe- und Redefreiheit! Als diese mit unserer deutschen demokratischen Revolution erkämpft war, habe ich als ehemaliger „Schütze Arsch im letzten Glied“ in einem Wonnegefühl von Rede- und Schreibefreiheit quasi „gebadet“. Zwischen 1989 und ca. 1994 erschienen von mir unzählige Artikel in verschiedenen Zeitungen (FAZ, Die Zeit, Die Welt, LVZ u. a.). Von 1990 bis 1994 war ich Stadtratsmitglied in Leipzig. Die DDR hatte ich mit der „Methode Humor“ für mich erträglicher gemacht. Diese Methode hat mir in den folgenden Jahren geholfen, die verschiedenen persönlichen Enttäuschungen „der freien Welt“ besser verarbeiten zu können. Das sollte bekannt sein, bevor weitergelesen wird.

Im Leipziger Bürgerkomitee hatten meine Freunde und ich 1989/90 situationsbedingt ein naives Bild vom westdeutschen Bürger: fachlich kompetent, charakterlich sauber und grundsätzlich in weißer Weste. Am 6.10.1993 veröffentlichte die FAZ meinen Artikel „Leipziger Erfahrungen mit westlichen Helfern“ mit dem Satz „Ich kann mich an keine persönliche Einschätzung erinnern, die so extrem verfehlt war.“ Unmittelbar danach erhielt ich schriftlichen Beifall von einigen FAZ-Lesern aus dem Westen. Während meines „bundesrepublikanischen Lebens“ sammelte ich weitere solche Erlebnisse im Gedächtnis. In meinem Buch „Humoresken aus der DDR“ mit dem Untertitel „SED-Diktatur erlebt als Elend, in Schlaraffia und im Bürgerkomitee Leipzig“ - ISBN 978-3-9811061-3-8, www.osirisdruck.de, „Selbstverlag“, 100 Seiten mit 14 Bildern/Grafiken, 1. Auflage Leipzig 2007 - steht auf Seite 89 die komprimierte Konsequenz meiner Lebenserfahrung: „Wer Doktor ist, bestimme ich! Das ist in vernünftigen Zeiten ein schizophrener Satz; aber in schizophrenen Zeiten ein vernünftiger Satz. Welche geistigen Zeiten wir jetzt haben, das muss ich allerdings jedem Leser selbst überlassen.“

Historiker und Interessierte können in den Stadt-Archiven von Leipzig und Frankfurt am Main eine andere umfangreiche Dokumentation sichten unter dem Titel „Das Zusammentreffen von Profession und Vision nach friedlicher Revolution“. Dort soll später auch ein Unikat, die Familie spricht bezüglich Größe und Format von meinem „narzisstischen Telefonbuch“, mit mehr als 100 A4-Seiten Zeitungsberichten aus dem „Schallmey-Verlag Leipzig 1994“ archiviert werden unter dem inzwischen antiquierten Titel „Biete hochinteressante vierjährige Leipziger Ossi-Umbrucherlebnisse - suche hochkarätige sattelfeste Frankfurter Wessi-Karriere.“

Die Geruchsproben und der O-Ton:
Vor einiger Zeit besuchten mich zwei junge Historiker mit Apparaten aus dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig. Sie hatten mehr als 100 „Funde“ von mir oder über mich gefunden und nannten das „Fundstellenübersicht“. Nun wollten sie von mir zwar keine Geruchsprobe, wie für die Stasi-Hunde üblich; aber sie haben mir einen so genannten O-Ton „abgenommen“. Jetzt hoffe ich, dass die sich mit "ihrem" Originalton total verschätzt haben. Ich will nämlich noch viele Jahre in Schulen Zeitzeugengesprächen realisieren unter dem Motto: Mit historischem Humor ohne Belehrung zur politischen Bildung!
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Der Schießbefehl vom 9.Oktober 1989

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… wurde prophylaktisch erteilt
in der Kaserne in der Essener Straße (7025 Leipzig)
in Vorbereitung der 21. VP-Bereitschaft „Arthur Hoffmann“ auf den Einsatz gegen die Demonstranten vom 9. Oktober 1989.
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… wurde 2010 in der Hoffnung auf Aufarbeitung erneut archiviert im Archiv Bürgerbewegung Leipzig (ABL) und
im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.
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Zum Schießbefehl vom 9. Oktober 1989

Legende: Der Schießbefehl, der zu unser aller Glück „nur“ ein prophylaktischer war, wurde im Rahmen der Vorbereitung auf den Einsatz am Abend durch den „vorauseilenden Gehorsam“ eines militanten SED-Kommandeurs am 9.10.1989 an Bereitschaftspolizisten gegeben. Die „Befehlsunterlagen“ wurden 1990/91 archiviert, im Januar 1993 von den Printmedien „aufgestöbert“ und danach von uns allen wieder vergessen. In keinem Buch wird darüber berichtet; weder im historisch wichtigen Buch von Martin Jankowski „Der Tag, der Deutschland veränderte – der 9. Oktober 1989“; Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Leipzig 2007, noch im schönen Heft von Doris Mundus „Leipzig 1989 – eine Chronik“, Lehmstedt-Verlag, Leipzig 2009, wo der historisch brisante Vorgang eigentlich hin gehört.
Dass der Sächsische Revolutionsgeschichtsschreiber Nr. 1A Michael Richter, der lange Jahre am Dresdner Institut für Totalitarismusforschung auf Kosten der Steuerzahler viel Papier beschrieben und in Druck gebracht hat, im Jahr 2010 von einem Journalisten (Die Welt) als "Der fleißige IM Thomas" enttarnt wurde, hat in Fachkreisen eingeschlagen wie eine Bombe. Mir wurde erst danach klar, warum der mit an die neue Zeit angepassten Methoden weiter arbeitende IM Thomas meine zugearbeitete "Dokumentation zum Schießbefehl vom 9. Oktober 1989" in seinen Büchern immer wieder ignoriert hatte. Insbesondere die SED-Soldateska der mittleren Ebene in Zivil sowie in Uniform hatte sich damals sehr konkret auf die blutige Zerschlagung der Friedlichen Revolution vorbereitet.

Seit Oktober 2011 wird in Leipziger Buchhandlungen, an den Büchertischen im Leipziger Stasi-Museum in der "Runden Ecke" sowie im Zeitgeschichtlichen Forum und im Internet unter www.osirisdruck.de das Buch "Der Schießbefehl am 9. Oktober 1989" mit dem Untertitel "... mit den Dokumenten des Schreckens und vielen Erlebnissen aus der DDR" für 10,- € zum Kauf angeboten. Das Buch des Autors Roland Mey ist im Verlag OsirisDruck Leipzig erschienen, hat das Format A5 und 138 Seiten. Wer noch immer die Gefahr der blutigen Niederschlagung der firedlichen Oktoberrevolution von 1989 im historischen Rückblick verkennt, der kann in diesem Buch nachlesen und Dokumente sichten.

Roland Mey, Leipzig 2011